12.04.2010 Der letzte Bericht, Hanoi-Bangkok-Ko Tao-Bangkok  Verfasst: Montag, den 12. April 2010 08:09

Holla zum (fast) letzten Mal hier,

zum Abschluss hat uns Air Asia wieder von Hanoi nach Bangkok gebracht. Hier sind wir mehr durch Zufall und auch Neugier in den Demonstrationen am Siam Square gelandet. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das ganze noch mehr wie ein Open-Air-Festival angefühlt, da überall Essenstände und laute Musik waren. Die Demonstranten würden wir als definitiv nicht aggressiv beschreiben.

Am Abend stiegen wir dann in den letzten Nachtbus unserer Reise (Jubelschreie und Zirkusmusik!!!), der uns wiederum in die Hafenstadt Chumphon chauffiert hat. In Chumphon wartete eine Fähre die in nur 5 Stunden die Überfahrt zur Insel Ko Tao bewältigt hat. Ko Tao gilt als die Metropole der Tauchschulen in Südostasien und gehört zum Archipel von Ko Samui, welche circa 60km nördlich liegt. Auf einer Insel die gerade mal 7,5km x 3,5km klein ist gibt es 55 Tauchschulen und nicht wenige Touristen. Ziel unseres „Ausfluges“ war es den Open-Water-Tauchschein zu machen. Der erste Tag des Lehrgangs beginnt mit einem sogenannten Sicherheitsvideo und der Übergabe der Lernunterlagen. Der kleine Raum in dem der Fernseher steht hat eine angenehm-schweißtreibende Temperatur und der Film ist mäßig spannend. Am Abend erkunden wir die nähere Umgebung des Hotels und finden einige ruhigere Bars in der Nähe. Am nächsten Tag steht früh zunächst Theorie auf dem Plan, und so lernen wir das eine oder andere über den menschlichen Körper und seine Reaktionen auf äusseren Druck und verschiedene Gase. Die Protagonisten dieser Kolumne erhalten vom weissesten Tauchlehrer der Welt – einem netten Franzosen namens Freddy – eine Rüge für vergessene Hausaufgaben, bleiben aber ansonsten unbestraft. Am Nachmittag geht's dann zu unserem ersten Tauchgang in die Rifflandschaft der Insel. Das Anziehprozedere und die anschließenden Checks der Tauchausrüstung sind anfangs noch etwas ungewohnt und laufen hölzern ab. Das Gewicht der Luftflasche und der Gewichtsgürtel ziehen mit ca. 15kg an jedem von uns, was allerdings gleich nach dem Eintauchen vorbei ist.

Unter Wasser machen wir diverse, nicht immer ganz einfache Übungen, wie zum Beispiel das Abnehmen und Wiederaufsetzen der Taucherbrille, oder das Abnehmen des Gewichtsgürtels. Belohnt werden wir dafür mit Unmengen neugieriger Fische, die um uns herumschwirren und sich ansonsten nicht stören lassen. Am Ende unseres zweiten Tauchgangs werden wir noch mit einer echten Seltenheit belohnt, den Adlerrochen die in unmittelbarer Nähe zu uns vorbeisegeln. Freddy unser Tauchlehrer hat diese Fische in sieben Jahren bisher nur zweimal zu Gesicht bekommen.

Nach 5 Tauchgängen mit verschiedenen Übungen, oder nur zum Spaß sowie zwei Vormittagen Theorie mit einer leichten Prüfung erhalten wir unsere Karte, die uns als Open-Water-Taucher auszeichnet. Wir buchen gleich für den nächsten Tag einen „Adventure-Dive“, der uns bis auf 30m hinunterführt, was gleichzeitig auch die maximal erlaubte Tiefe für uns darstellt. In dieser Tiefe war das Wasser auch zum ersten Mal nicht mehr 30° badewannenwarm, sondern nur noch um die 25°. Im Anschluss daran machen wir noch einen einstündigen Tauchgang, der uns nochmal durch den sogenannten Japanese Garden führt. Und wieder sehen wir die Rochen. Claudia macht bei diesem Tauchgang schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Koralle. Was wiederum dazu führt, dass wir bei einem ortsansässigen (und auf derartige Verletzungen spezialisierten) Arzt landen, der die kleinen Korallentierchen aus ihrem Bein entfernt, die ziemlich schlimme Entzündungen verursachen.

Am Abend nach dem Tauchgang gönnen wir uns einige Drinks in verschiedenen Bars in „unserer“ Bucht und finden die wohl ausgefallenste Bar die wir bisher erlebt haben. Der Besitzer ist äusserst kreativ und nimmt zum Frühstück wohl nicht nur Cornflakes zu sich.

Nach sechs viel zu kurzen Tagen im Tauchparadies müssen wir die Insel wieder verlassen. Wir sind aber beide froh, dass wir den Tauchschein gemacht haben und die unglaubliche Tierwelt von Ko Tao erleben durften. Mit einer gemütlichen Nachtfähre die sogar Klimaanlage hatte (ein Vorteil gegenüber dem Hotel) ging's zurück nach Chumphon wo wir noch den Vormittag totschlagen mussten bevor eine angenehme Zugfahrt nach Bangkok hatten. Für die letzten Tage unserer Reise haben wir uns nochmal ein bisschen Luxus gegönnt und sind in Hotel für 27€ pro Nacht abgestiegen. Die Suite die wir für diesen Preis bewohnen hat vier Zimmer und einen passablen Blick auf einen Teil der Skyline. Im Moment verfolgen wir leicht schockiert den Fortgang der Unruhen der vorgestern einen unrümlichen und vielleicht nur vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.

Einige der Sehenswürdigkeiten die wir uns anschaun wollten sind nun von der Liste gestrichen. Dennoch waren wieder für einige Stunden am Chatuchak-Markt (siehe letzer Bericht aus Bangkok) und haben uns Sachen andrehen lassen, die wir nicht unbedingt brauchen. Und wieder haben wir das sichere Gefühl, nicht jeden Winkel dieses riesigen Marktes gesehen zu haben.

Für die nächsten Tage wollen wir noch eine Fahrt auf dem örtlichen Fluß machen und evtl. eine PingPong-Show anschaun, welche nicht viel mit sportlichen Aktivitäten zu tun haben dürfte.

Näheres dazu erzählen wir bei Gelegenheit persönlich.

 

So das dürfte es fast gewesen sein. Weiter unten steht in einem eigenen Artikel eine kurze Zusammenfassung unserer Reise. Bilder wird's auf FlickR auch noch mal einige geben.

Bis in Kürze und danke für's Lesen an alle die ab und an hier waren.

Lustige Grüße

 

C & J

 

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12.04.2010 Eine kurze Zusammenfassung  Verfasst: Montag, den 12. April 2010 08:05

Liebes Onlinetagebuch,

leider sind deine Tage nun fast gezählt, du hast uns aber fast immer treu begleitet.

Wir haben viel erlebt und noch mehr gesehen. Nebenbei haben wir recht viel gelesen, beide haben wir 26 Bücher unterschiedlichster Herkunft und Qualität gelesen. Durch Umtausch von Büchern in Guesthouses, Hostels oder Buchläden sind wir auch an einige gedruckte Werke gelangt die wir zu Hause wahrscheinlich nicht in die Hand genommen hätten. Durch Couchsurfing haben wir ca. 100 sehr interessante Nächte nicht in Hotels oder Gasthäusern sondern in privaten Wohnungen und Häusern verbracht.

Es haben sich im Laufe der Reise auch so einige mehr oder weniger interessante Listen angesammelt die wir für den geneigten Leser und Verfolger der Kolumne niederschreiben.

 

Höhepunkte:

Claudia:

Gunung Rinjani auf Lombok in Indonesien, Great Ocean Road in Australien, Kepler Track in Neuseeland, Luang Nam Tha in Laos, Angkor Wat in Kambodscha und tauchen in Ko Tao

Jens:

Emma Gorge in der Kimberley Region in West Australien, Great Barrier Island in Neuseeland , die Menschen in Laos, die Tempel von Angkor, Couchsurfing in den verschiedensten Städten, Si Phan Don in Laos, Tauchen in Ko Tao

 

Tiefschläge:

Claudia:

Mopedunfall auf Lombok, Magen- Darmgrippe in Perth, Seekrankheit am Weg zur Great Barrier Island

Jens:

Vietnam mit Ausnahme von Pu Luong und Ninh Binh, Magenprobleme in Asien

 

Was uns fehlen wird:

Fruitshakes und frische Tropenfrüchte, neue und interessante Menschen kennenlernen, billiges und leckeres Asiaessen, günstige Massagen, Couchsurfing, fantastische Sehenswürdigkeiten, warmes Wetter, Strände und Meer, billiges und gutes Bier, Kochkurse, erschwingliche Bücher, kleine Abenteuer wie Zelten, Eisklettern, Jetskifahren und Tauchen.

 

Was uns nicht fehlen wird:

Reis, Verkehrschaos und Huperei in Asien, Busfahrten die länger als 10 Stunden dauern, aus dem Rucksack leben, asiatische Badezimmer, Stehklos.

 

Fluglinien die uns befördert haben:

British Airways, Air Asia, Lion Air, Qantas, Bungle Bungles Helikopter, Air Nelson bzw. Air NewZealand, Vietnam Airlines, Air Berlin,

 

Flughäfen an denen wir Flugzeuge bestiegen oder verlassen haben:

Wien – London – Singapur – Denpasar – Perth - Bungle Bungles – Melbourne – Canberra – Sydney – Christchurch – Nelson – Wellington – Auckland – Bangkok - Siem Reap - Ho Chi Minh City - Hanoi – München

 

Orte in denen wir übernachtet haben:

Singapur, Sanur, Ubud, Lovina, Nachtbus von Lovina nach Yogjakarta, Yogjakarta, Gunung Bromo, Candi Dasa, Gunung Rinjani, Senggigi, Seminyak, nochmal Singapur, Perth, Mandurah, Boyanup, Margret River, Denmark, Kattaning, Yanchep, Cervantes, Kalbarri, Carnarvon, Monkey Mia, Denham, Coral Bay, Exmouth, Karratha, Port Hedland, Broome, Windjana Gorge, Galvans Gorge, El Questro, Bungle Bungles, Kunnunura, Katherine, Darwin, der Ghan (Zug von Darwin nach Alice Springs), Alice Springs, im Outback bei Alice Springs, Coober Pedy, Adelaide, Wirrabara, Jamestown, nochmal Adelaide, Naracoorte, Warrnambool, Princetown, Melbourne, Canberra, Sydney, Christchurch, Dunedin, Invercargill, Stewart Island, Te Anau, Luxmore Hut, Kepler Track, Te Anau, Cromwell, Wanaka, Fax Glacier, Nelson, Picton, Queen Charlotte Track, nochmal Picton, Richmond, Wellington, Whanganui, Taupo, Tauranga, Auckland, Pahia, wieder Auckland, Great Barrier Island, schon wieder Auckland, Bangkok, Ayutthaya, Chiang Mai, Chiang Rai, Hua Xai, Luang Nam Tha, Luang Nam Tha National Park, Luang Prabang, Vang Vieng, Vientiane, Savannaketh, Champasak, Don Khon, Phnom Penh, Battambang, Siem Reap, Ho Chi Minh City, Hoi An, Ninh Binh, Pu Long, noch mal Ninh Binh, Nachtbus von Hoi An nach Ninh Binh, Halong Bucht Dschunke, Hanoi, Nachtbus von Bangkok nach Chumphon, Ko Tao, Nachtfähre von Ko Tao nach Chumphon und noch einmal Bangkok

 

Mit, in und auf was wir alles gereist sind:

Normale Busse, Minibusse, Allradbus, Hyundai Getz (der Koreazwerg) und viele andere Autos, Kamel, Elefant, diverse Boote und Fähren, Pferdekutsche, TukTuk, Mopeds, Riesentraktor und -mähdrescher, Fahrräder, Saengthaw, per Anhalter, Bambootrain und andere Züge, zu Fuß,

 

Unesco-Welterbestätten die wir besucht haben

Der Tempel von Borobudur in Indonesien, Shark Bay in West Australien, Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark im Northern Territory von Australien, Fossilienstätten in Naracoorte Südaustralien, Royal Exhibition Building und Carlton Gardens Melbourne Victoria, Oper von Sydney New South Wales, Ayutthaya Historical Park in Thailand, Luang Prabang und Champasak in Laos, die Tempel von Angkor und Bantey Srei in Kambodscha, die Altstadt von Hoi An in Vietnam, die Bucht von Ha-Long in Vietnam

 

Geld? Wen's interessiert

Jeder von uns hat ca. 16.500,00€ für die 10 Monate ausgegeben, einschließlich den Flügen , Impfungen und was wir sonst so gebraucht haben.

 

Das asiatische Badezimmer aus unserer Sicht:

lockerer Wasserhahn, kein Fenster, sehr wenig Bewegungspielraum, schlechter Abfluss, Stöpsel von Waschbecken nicht vorhanden, Spiegel zu niedrig oder nicht vorhanden, Spülung funktioniert nur einmalig, der Duschkopf ist direkt über dem Klo, Handtuchhalter ist immer sehr locker wenn vorhanden wie das Waschbecken, bei ca. 35° gibt es immer heisses aber selten kaltes oder kühles Wasser,

 

Biere die wir getrunken haben:

Bintang, Bia Ha Noi, Tiger, XXXX Gold Export, Little Creatures, Beer Lao, Speight's, Steinlager, Coopers, Singha, Angkor, Chang, Saigon, Biar Larue, Cascade, Saigon Bia, LEO, Heineken, Fresh Bia,

 

Währungen mit denen wir gezahlt haben:

Singapur $, Indonesische Rupien, Australien $, Neuseeland $, Thai Baht, Laotische Kip, US $, Kambodschanische Riel, Vietnamesiche Dong,

 

Soviel zu den verschiedenen Listen.

 

Danke an alle, die unsere Reise immer mal wieder verfolgt und nachgelesen haben.

 

Wir fliegen am 15.4. mit AirBerlin zunächst nach München und kommen am Abend wieder in Wien an.

Ab 16.4. stehen wir dann für Kaffee/Bier/Kuchen usw. wieder für alle zur Verfügung. Handys haben wir noch nicht, sind aber über die bekannten Emailadressen erreichbar.

 

Wir sehen uns hoffentlich bald und verbleiben

 

mit lustigen Grüßen

 

C & J

 

 

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29.03.2010 Von Phnom Penh nach Halong  Verfasst: Montag, den 29. März 2010 08:59

Sin Chau (hallo auf vietnamesisch),

nach Phnom Penh sind wir mit einem Bus in brütender Hitze in die drittgrößte Stadt Kambodschas gefahren, der Bus hatte nur eine Stunde Verspätung bei der Abfahrt was wir inzwischen schon fast als Gewohnheit ansehen.

Battambang hat selbst nur wenige Sehenswürdigkeiten, dennoch nehmen wir uns einen TukTuk-Fahrer, der uns einen Tag um die Stadt herumfährt und uns verschiedene Tempel zeigt. An unserem ersten Abend in der Stadt fahren wir zur einzigen Bahnlinie Kambodschas, auf der einmal wöchentlich ein Güterzug fährt. Sonst ist die Strecke den Anwohnern überlassen, die mit dem sogenannten „Bambootrain“ ihre täglichen Transportfahrten erledigen und gegen 5$ auch Touristen herumkutschieren. Der Zug, oder vielmehr die Züge bestehen immer aus zwei Achsen auf die ein Bambusbrett mit einem kleinen Motor gelegt wird. Nach dem Anlassen geht's mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 50 Sachen durch die Landschaft, wenn Gegenverkehr auf der eingleisigen Strecke kommt wird der Zug auf dem weniger (Material oder Menschen) liegt auseinandergebaut und neben die Schienen gelegt bis der andere Zug vorbei ist. Die Fahrt fühlt sich an wie auf einer Achterbahn im Erlebnispark, nur ohne Loopings und Sicherheitsvorkehrungen.

Von Battambang bringt uns ein Bus mit einem kleinen zweistündigen Umweg zur thailändischen Grenze (den Grund dafür konnte uns niemand erklären) nach Siem Reap. Siem Reap wird vielen nicht allzuviel sagen, die nahegelegenen Tempelanlagen von Angkor sind eher ein Begriff. Und was für ein Begriff, sobald man 40$ für den Dreitagespass gezahlt hat kommt man in die gewaltigen Tempelanlagen. Die Ausmaße sind schwierig zu beschreiben, man braucht auf jeden Fall ein Transportmittel um zurechtzukommen, wir haben uns wiedereinmal für das gute, alte TukTuk entschieden. Der Fahrer unserer Wahl ist der Neffe des Fahrers aus Battambang und empfängt uns am Busbahnhof schon mit einem Schild (Mrs. Jems Fischer & Mr. Claudia Hoffmann) und bringt uns in den drei Tagen die wir haben zu den Tempeln: Angkor Wat, Bayon, Angkor Thom, Banteay Srei, West Mebon, Terrace of the Leper King, Kbal Spean, Sras Srang, Baphuon, Thommanon, Prasat Preah Khan usw. usf.. Es gibt unendlich viele Tempel im ganzen Gebiet und wir haben mit unseren Erkundungen wohl nur an der Oberfläche gekratzt. Die Tempel sind manchmal zerfallen, manchmal schon wieder ganz gut hergerichtet, an einigen haben die Roten Khmer ihre zerstörerischen Spuren hinterlassen, da die Steinköpfe abgeschlagen und verkauft wurden. Auf Grund der unglaublichen Hitze untertags starten wir jeden Tag schon sehr früh (2x um 5.00 zum Sonnenaufgang, 1x um 7.00) und sind um 14.30 zurück im happy Guesthouse.

Auf dem Rückweg von einem etwas abseits gelegenen Tempel machen wir noch einen Abstecher ins Landminenmuseum und sind nicht zum ersten Mal in Kambodscha entsetzt. Der Gründer des Museums ist mit 10 Jahren zu den Roten Khmer gekommen und mit Minen ausgebildet worden und hat im Laufe seines Leben sehr viele gelegt. Am Ende des Krieges ist ihm klar geworden, dass das ein Fehler und er hat seitdem ca. 50.000 Minen geräumt und entschärft. Dennoch liegen in ganz Kambodscha noch immer zwischen 5-7 Millionen von den Dingern und fast jeden Tag wird jemand schwer verletzt.

An einem Abend besuchen wir das kostenlose Konzert des schweizer Arztes „Beatocello“. Wir haben wie so oft keine Ahnung auf was wir uns wieder einlassen und sind schwerst beeindruckt von der Darbietung. Der Arzt, im richtigen Leben als Beat Richner unterwegs, hat Anfang der 90er Jahre ein Kinderkrankenhaus in Phnom Penh gegründet, dem zwei weitere in Phnom Penh und Siem Reap folgten. Die Behandlung in den Krankenhäusern entspricht westlichen Standards und ist für die Patienten kostenlos und nur durch Spenden finanziert, ausserdem waren es die einzigen Kinderkrankenhäuser in Kambodscha. Während des Konzerts erzählt er von seinen Schwierigkeiten ausreichende Gelder zu bekommen und den Kampf gegen die Korruption im Land, zwischendurch spielt er immer wieder auf seinem Cello und bringt Anekdoten des chinesischen Botschafters zum Besten (der wohl nicht zu seinen besten Freunden zählt).

An unserem vorletzten Morgen fahren mit unserem TukTuk-Freund in ein Waisenhaus am Rande der Stadt. Vor der Abfahrt kaufen wir am Markt noch einen 50kg-Sack Reis und einige Spiel- und Schreibsachen für die Kinder. Was uns dann erwartet ist ziemlich heftig, in dem Waisenhaus wohnen 41 Mädchen und Jungen unter ärmlichsten Bedingungen. Unsere Geschenke werden freudig entgegenommen und gleich ausprobiert, mit Ausnahme des Reis (der übrigens gerade mal für 3 Tage reicht). Nach knapp zwei Stunden die wir mit den Kindern verbracht haben werden wir schweren Herzens verabschiedet.

Von Siem Reap bringt uns Vietnam Airlines nach Ho-Chi-Minh-City, oder Saigon für alle die dort wohnen. Das Gefühl bei der Ankuft in der Stadt lässt sich am besten mit einer Wand beschreiben, die gegen einen donnert. Verkehrstechnisch sind wir nun schon einiges gewohnt gewesen, aber das was uns dort erwartet hat sprengt alle Rahmen. Auf 5 Mio Menschen kommen 3 Mio Mopeds, und alle hupen zur gleichen Zeit. Es wird zu einem schwierigen Unterfangen Straßen zu überqueren ohne angefahren zu werden. Wir haben nach zwei Tagen genug von dem Trubel und der Hektik in der Stadt und fliehen mit dem Nachtzug nach Da Nang und weiter in die historische Stadt Hoi An.

Hoi An ist angenehm ruhig und hat einen Strand und schätzungsweise 200 Massschneidereien. Claudia lässt sich zwei Hosen und ein Shirt auf den Leib schneidern, Jens einen Anzug mit Hemd. Nach dem Maßnehmen dauert es zwei Tage und man kann die Sachen abholen. Ach ja der Strand ist auch toll.

Die Vietnamesen sind wahrscheinlich die Kopierweltmeister. Generell gilt, was es gibt kann auch kopiert werden. Adidas und Nike? Kein Problem. Rucksäcke von North Face? JA Bitte! Bücher? Sowieso! Pringles? Aber ja, nur etwas kleiner. Tempotaschentücher? Jepp, heißen Tangotaschentücher. Irgendwo sollen sogar die Karossen von Mercedes nachgebaut werden.

Was nach Hoi An folgt ist weniger toll und geht in die Liste der schlechtesten Busfahrten unserer Reise ein. In einem so genannten Nachtbus werden wir in 15 Stunden nach Ninh-Binh kutschiert. Wir wissen nun recht genau wie sich Sardinen in einer Dose fühlen dürften. Die Betten sind für asiatische Menschen mit 1,50m Körpergröße und 40kg Gewicht entworfen worden, dafür sind dann auch 40 Betten in 3 Reihen und 2 Etagen in dem Bus. Schlafen ist unmöglich und wir kommen um 5.00 Uhr an und fühlen uns als wenn wir die Nacht durchgesoffen hätten. In Ninh-Binh haben wir dann gleich unglaublich Glück mit unserem Hotel. Der Chef ist unglaublich nett und überall hängen Andenken aus Bayern, Östererreich und der Schweiz, die er von ehemaligen Gästen bekommen hat. Unser erster Tag vergeht mit der Besichtigung von Tam Coc, einer spektakulären Felsformation, die wir rudernder Weise erkunden. Anschließend steigen wir noch hunderte Stufen zu verschiedenen Tempeln in und auf den Felsen. Am Abend beschliessen wir das Angebot unsere Gastgebers anzunehmen und mit ihm und zwei Schweizern in seine Heimatgegend zu fahren. Was folgt sind 3 Tage im ländlichen Vietnam, die wir in einfachen Hütten verbringen. Es gibt Reisfelder, Reisterassen, gekochten Reis, Klebereis, Reisdreschmaschinen, Reissäcke, getrockneten Reis, Reisomelette und jede Menge Reiswein. Wobei Wein wohl nicht der richtige Ausdruck ist, Teufelszeug ist eher zutreffend. Die Menschen in den Dörfern sind unglaublich nett und haben sehr sehr selten Besuch von westlichen Touristen. Einer der Dorfbewohner lädt uns in seine Hütte ein und bietet uns den sehr bitteren aber obligatorischen grünen Tee an und sagt wir sind die ersten weißen Menschen, die er „live“ sieht. Das Ziel unseres Gastgebers jedem von uns drei kg in den drei Tagen des Ausflugs draufzupacken dürfte erreicht worden sein, da es zu jeder Mahlzeit unglaubliche Mengen an Essen gab.

Weiter ging's für uns mit einer weiteren Katastrophenbusfahrt nach Halong-City. Schuld am Chaos war diesmal der Fahrer, der sein Hirn gegen eine trockene Semmel getauscht hat und ständig die Hupe mit der Bremse verwechselt hat. Halong City ist der Startpunkt für Minikreuzfahrten in die Halong-Bucht. In der Bucht liegen tausende kleine Inseln verstreut und man fährt mit einem recht komfortablem Schiff hindurch. Bei Sonne sieht das wahrscheinlich auch sehr gut aus, wir haben nur gerade einige kühle und bedeckte Tage erwischt und es hat unangenehme 20°, die nicht zum Schwimmen einladen.

Nun ja, wir steuern mit dem Schiff dem Ende unserer Reise entgegen, in knapp drei Wochen geht's schon wieder zurück. Vorher fliegen wir noch von Hanoi nach Bangkok von wo uns ein anderes Transportmittel unserer Wahl auf eine der thailändischen Inseln bringt.

Bis Bald und Lustige Grüße vom Schiff

C&J

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08.03.2010 Von Vientiane nach Phnom Penh  Verfasst: Montag, den 08. März 2010 16:10

Schon wieder Sabaidee,

Links von mir sitzt ein etwas dickerer Laote und hat seinen Kopf zum Schlafen auf meine Schulter gelegt, rechts sitzt ein anderer Laote und lacht sein schönstes Lachen, er hat keinen Zahn mehr im Mund. Gegenüber schauen mich zwei Kleinkinder recht interessiert an, ihr Vater sitzt daneben und isst ein Ei. Claudia sitzt auf einer Bank eingezwängt zwischen fünf laotischen Männern. Irgendwo gackert ein Huhn. Das klingt ein wenig wie ein Traum, ok, ein nicht sehr schöner Traum. Es handelt sich aber um eine Busfahrt in einem örtlichen Bus von der laotischen Hauptstadt Vientiane in die drittgrößte Stadt des Landes, Savannaketh. Die Fahrt zieht sich über knapp 9 Stunden hin, es wird im Bus gegessen, gelacht, schlimme schlimme Musik gehört und versucht mit uns zu kommunizieren. Zunächst dachten wir auch der Bus wäre schon voll besetzt, aber es findet sich immer irgendwo ein Plastikschemel auf dem jemand noch im Gang Platz nehmen kann.

In Savannaketh (was soviel heißt wie Himmel) angekommen fragen wir uns was man hier machen kann und beschliessen für zwei Nächte zu bleiben. Wir machen ein lustige TukTuk-Fahrt mit einem ortskundigen, aber des Englischen nicht mächtigen Fahrer. Wir sehen alle Sehenswürdigkeiten einschließlich des neuen Hotels, des Flughafens und natürlich auch den Kreisverkehr. Irgendwo soll es auch eine der wenigen Brücken über den Mekong geben, die sehen wir leider nicht.

Die Provinz Savannaketh ist wie Laos selbst eine der am stärksten zerbombten Gegenden der Welt. Im Rahmen des Vietnamkriegs haben die Amis hier auf jeden Menschen ca. 2,5 Tonnen Bomben abgeworfen, das ganze ohne eine Kriegserklärung, was heißt sie konnten auch Krankenhäuser, Tempel und Schulen bombardieren. Die Überreste sind heute für viele Bauern noch tödlich, und es wird noch Jahrzehnte dauern bis diese beseitigt sind.

Weiter geht's für uns nach Champasak, wo ein toller Tempel stehen soll. Die Fahrt dorthin ist schon wieder lustig und ein bisschen abenteuerlich. Zunächst brauchen wir ein TukTuk (10 Minuten) zum Busterminal, dann wieder den „Local-Bus“(3 Stunden) in die nächste Stadt Pakse, dort wieder ein TukTuk (20 Minuten), das uns zum anderen Terminal der Stadt bringt, von wo uns ein Kleinbus (1,5 Stunden) zur Fähre (30 Minuten) fährt, auf der anderen Seite geht's mit dem TukTuk (10 Minuten) weiter ans falsche Ende der Ortschaft von wo wir zu Fuß (20 Minuten) bei geschätzten 40° mit allem Gepäck zu einem halbwegs akzeptablen Guesthouse gehen. Das Guesthouse ist das bisher günstigste auf der ganzen Reise, für knapp 2,80€ ergattern wir das letzte Doppelzimmer des Hauses. Wie sich herausstellt ist gerade Vollmond und die Buddhisten feiern da im Tempel immer ziemlich groß, also nix wie hin. Kurz nach Sonnenuntergang sind wir dort, und sehen eigentlich nicht allzuviel von der Tempelruine, weils eben trotz vollem Mond dunkel ist und alles nur mit Kerzen beleuchtet wird. Allerdings kann man kleine Böötchen und Ballons mit Kerzen kaufen und jeweils in die verschiedenen Elemente entlassen.

Nach nur einer Nacht in Champasak geht's auf einem ähnlich abenteuerlichen Weg in die südlichste Ecke von Laos, nach Si Phan Don oder den 4000 Inseln im Mekong. Ein Longboat bringt uns auf dem letzten Stück auf „unsere“ Insel Don Khon, nicht zu verwechseln mit Don Khong im Norden der Inselgruppe. Der nicht vorhandene Bootsanlegesteeg gibt einen ersten Vorgeschmack auf das Inselleben. Alles ist wenig bis gar nicht entwickelt. Irgendjemand hatte vor gerade mal zwei Jahren die Idee die Insel mit Strom zu versorgen, was wohl einiges geändert hat. Straßen im eigentlichen Sinn gibt es nicht, nur Schlaglochpisten aus Schotter, Sand oder Lehm. Trotzdem gibt es recht viele Bungalowhütten auf unserer und der Nachbarinsel Don Det, manche schon für einen Dollar pro Nacht. Mit geliehenen Fahrrädern (1€ pro Tag) fahren wir über die alte Eisenbahnbrücke (2€ pro Tag!?!)aus der Zeit der fanzösischen Besetzung in Richtung Don Det wo das „Partyleben“ toben soll. Naja es blieb beim „soll“. Weiter ging es mit den Rädern nach verschiedenen Drink-Stopps auf Grund der enormen Hitze zu einem Teil der Mekong-Fälle, die sogar jetzt in der trockensten aller Trockenzeiten beeindruckend waren. A propos Trockenzeit, der Mekong hat nach Auskunft der Einheimischen im Moment so wenig Wasser wie noch nie, was es für die Bootsfahrer auf den Longboats nicht gerade einfach macht, weil überall Felsen bis knapp unter die Wasseroberfläche reichen.

Von Don Khon machen wir außerdem einen Ausflug zu den äußerst seltenen Irrawadday-Delphinen die im Mekong leben. Der Ausflug hat einen bitteren Beigeschmack, da unser Bootsfahrer ein anderes Fischerboot „übersieht“ und rammt, und dabei ein Kleinkind ins Wasser stösst. Schockiert zieht Claudia die Kleine ins Boot und wir rudern zurück um die Überbleibsel des Fischerbootes zu begutachten. Glücklicherweise ist dem kleinen Mädchen bis auf ein paar Schrammen und einem Schock für's Leben nichts weiter passiert, und auch das Fischerboot hat den Zwischenfall fast unbeschadet überstanden. Ach ja, Delphine haben wir auch gesehen, konnten das aber dann nicht so richtig geniessen.

Kaum 4 Tage später verlassen wir die 4000-Inseln und damit Laos. Ein Bus bringt uns zur kambodschanischen Grenze. Hier dürfen einige eher inoffizielle Dollars für verschiedene Dienstleistungen hinterlassen, Fiebermessen = 1$, ein Stempel hier = 1$, ein Stempel da =1$, Visum = 23$ . Jetzt sind wir offiziel dort wo der Pfeffer wächst!

Der Bus, der eigentlich 11 Stunden hätte brauchen sollen ist nach nur 13,5 Stunden in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh.

In Kambodscha funktioniert alles mit US$, es gibt zwar eine Landeswährung, die wird aber nur für Beträge eingesetzt, die kleiner als 1$ sind. Unser erster Ausflug in P.P. führt uns ins Völkermord-Museum Tuol Sleng oder S-21. Der Komplex ist ein ehemaliges Schulgebäude, das die Roten Khmer während ihrer Herrschaft 1975-79 in ein Folterlager umgebaut haben. Die Taten der Roten Khmer werden sehr eindringlich und deutlich vorgetragen. Am nächsten Tag fahren wir in die Killing-Fields am Rande der Stadt. Hier wurden die zuvor Gefolterten mit LKWs hingekarrt um anschließend erschlagen zu werden. So wurden über 2 Millionen Menschen im ganzen Land umgebracht.

Der nächste Tag wird weniger grausam, Claudia schaut sich das eher langweilige Nationalmuseum an und Jens verbringt den Tag im Bett bzw. auf dem Klo.

Trotz der bedrückenden, nicht alten Geschichte (bis vor 10 Jahren gab es die Roten Khmer noch in einigen Provinzen) fällt auf, dass die Kambodschaner sehr viel lachen und geschäftiger sind als die ruhigen laotischen Nachbarn. Gestern gab es beispielsweise einen knapp zweistündigen Stromausfall in der Stadt und am Ende konnte man überall Jubelschreie hören.

Für uns geht es morgen weiter nach Battambang in den Norden, und anschließend nach Siem Reap wo die vielen vielen Tempel auf uns warten.

Lustige Grüße aus Phnom Penh

C&J

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26.02.2009 Hua Xai bis Vientiane  Verfasst: Freitag, den 26. Februar 2010 12:53

Sabaidee

Was hier in Laos nun wieder heisst „hallo“. Wie befürchtet sind wir nach unserem letzten Bericht von Hua Xai nach Luang Nam Tha im Norden von Laos gefahren. Das ganze ist mit einem Minibus passiert, der diesmal nur eine Stunde zu spät abgefahren ist. Grund für die verspätete Abfahrt waren Visa-Schwierigkeiten, diesmal aber zum Glück nicht unsere. Die 180 km lange Fahrt dehnt sich auf ca. 4,5 h aus was wohl mit den Straßenverhältnissen im Lande zusammenhängt. Die Straße auf der wir uns bewegen ist der Staatshighway Nr. 3, der bei uns eher als Waldweg ohne Name eingestuft wäre. Alle paar km wird an der Straße gearbeitet was den Chinesen zu verdanken ist, die hier für sich - ganz kostenlos - eine neue Transitroute nach Thailand bauen. Ganz uneigennützig passiert das natürlich nicht, und so holzen die Chinamänner enorme Flächen des Regenwaldes ab um dort Gummiplantagen anzulegen. In Luang Nam Tha angekommen suchen wir uns zunächst eine Unterkunft und finden ein günstiges Guesthouse mit einem gewaltigen Schlafzimmer. Das Badezimmer ist dafür eher typisch asiatisch winzig, und wie immer mit mindestens einem der Sonderausstattungsgegenstände „lockerer Türknopf“, „nicht funktionierende Spülung“, „zu niedriger Spiegel“ oder „Duschen während man auf dem Klo sitzt“ bestückt. In den nächsten Tagen haben wir ein unvergessliches Erlebnis im Dschungel von Laos. Zusammen mit 2 anderen Deutschen (genau, die mit den Visa-Problemen aus dem Bus!) buchen wir eine Trekking-Tour zu einem Bergvolk im nahegelegenen Nationalpark. Die Guides die uns führen sprechen hervorragend Englisch und sammeln unterwegs Müll ein der neben dem Pfad liegt. Ganz nebenbei haben wir noch Osama bin Ladens tatsächliches Versteck gefunden, er arbeitet als Tuk Tuk Fahrer in Laos!

Nach ca. 5 Stunden Wanderung durch den Dschungel erreichen wir unser Übernachtungsziel, ein Dorf des Bergstammes Khmu. Auf der Busfahrt von Hua Xai nach Luang Nam Tha haben wir schon viele sehr arme Dörfer am Straßenrand gesehen, aber dieses Dorf ist nochmal eine Stufe weiter unten. Strom gibt es nur von den wenigen Solarzellen, die die Regierung zur Verfügung stellt, Wasser kommt vom Fluss und Straße gibt es keine, der Zugang zum Dorf erfolgt über den Weg den wir gekommen sind. Immerhin hat die UN eine Schule hierhin gestellt um die Kinder zu unterrichten. Am Abend fangen wir zunächst im Fluss Fische und dann bereiten 3 der Dorfbwohnerinnen Abendessen für uns zu. Die Nacht verbringen wir in einer eigens für uns bereitgestellten Hütte neben dem Fluss, wo uns die Frösche ein Gute-Nacht-Lied singen. Geweckt werden wir dann sehr früh von den Hähnen die überall im Dorf herumrennen. Das Frühstück wird wieder von den Einheimischen zubereitet von denen man sagen kann, dass sie eher zurückhaltend sind und sich von den Besuchern nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Wir hatten nämlich schon Angst, dass uns hier eine Show-Vorführung bevorsteht von denen wir in Thailand schon gehört haben. Nachdem die Schule begonnen hat schlägt Volkers (der mitwandernde Deutsche) große Stunde. Als Hobbyzauberer hat er die Ehre den Kindern in der Schule einige Tricks vorzuführen. In den 2 Klassenzimmern kommen die ca. 50 Knirpse des Dorfes zusammen und sind zunächst misstrauisch was der weiße Mann da machen wird. Nach den ersten Tricks ist das Eis allerdings gebrochen und es wird recht viel gelacht und viele wundern sich wie das wohl alles funktioniert hat. Am Rand stehen auch sehr viele der erwachsenen Dorfbewohner, die auch mehr als interessiert sind und auf ihrem Weg zu den Feldern eine kurze Pause einlegen.

Nach dem Auftritt und einigen tollen Fotomöglichkeiten geht es für uns weiter am Fluss entlang ins Nachbardorf. Dieses ist gerade dabei aufgelöst und umgesiedelt zu werden, weil die Felder nicht mehr genügend Ernte bringen für die Einwohner. Dadurch werden wir Zeugen einer sehr gewagten Transportoperation. 4 Dorfbewohner tragen die einzige Maschine des Dorfes, ein schätzungsweise 100-150kg schweres Gerät zum Reisdreschen für 40 Minuten auf ihren Schultern zum neuen Siedlungsplatz. Der Weg ist ein schmaler Pfad auf dem man meist nicht nebeneinander gehen kann. Irgendwann müssen sie mitsamt der Maschine einen Fluss durchwaten.

Im neuen Dorf angekommen muss Volker auch hier wieder in der Schule seine Kunststücke vorführen. Diese Schule ist nicht von der UN unterstützt und man sieht sofort und sehr deutlich den Unterschied zu dem Dorf in dem wir geschlafen haben. Hier gibt es auch keine Solarzellen, und die Menschen scheinen noch ein bisschen misstrauischer zu sein.

Weitere 3 Stunden später, die uns über einen sehr steilen Dschungelpfad führen sind wir zurück an der Hauptstraße und werden von Osama wieder abgeholt. Wir sind froh, die ganze Wanderung während der Trockenzeit zu machen, während der Regenzeit dürfte das ganze ein sehr schwieriges Unterfangen sein.

Zeit, um kurz mal auf die laotischen Zahlungsmittel einzugehen. Wir tragen derzeit 3 Währungen mit uns spazieren. Millionenfach den laotischen Kip, einige tausend thailändische Baht und einige US$. Mit allen Währungen kann man fast überall zahlen, die Wechselkurse variieren nur immer wieder. Außerdem kann man hier getrost sagen, dass Geld stinkt, weil die laotischen Geldnoten einen nicht gerade angenehmen Geruch verströmen.

Das nächste Ziel unserer Reise ist Luang Prabang, die alte Königsstadt von Laos. Der Bus quält sich  für 5 Stunden auf dem Highway immer wieder bergauf und bergab, Tunnel und Brücken sind in Laos noch eher unbekannt, was auch für gerade Straßenstücke zutrifft. Trotzdem eine atemberaubende Landschaft die man zu sehen bekommt. In Luang Prabang macht Claudia wieder einen Kochkurs und Jens hilft danach mit dem Essen des Gekochten. Außerdem schaun wir uns die Wasserfälle außerhalb der Stadt an, die zu einer Planscherei einladen. Die Stadt selbst ist wiedermal Welterbe, was wohl mit den französischen Kolonialbauten zusammenhängt und dem Palast und den vielen Tempeln. Eines Abends machen wir eine Sonnenuntergansbootstour auf dem Mekong. Das gechartete Boot stellt als sich als die Rakete vom Mekong heraus. Flussaufwärts ist kaum bis selten ein Vorwärtskommen des Bootes festzustellen, flussabwärts dürften manche Gletscher schneller vorankommen. Trotzdem eine schöne Stunde zu zweit auf der Lebensader vieler asiatischer Länder.

Ein weiterer Bus, eine weitere abenteuerliche Fahrt, diesmal in die Party-Stadt Vang Vieng. Hauptattraktion der Stadt ist neben den tollen Bergen das sogenannte Tubing, mit einem aufgeblasenen LKW-Schlauch den Fluss entlang treiben und dabei Bier trinken. Wir sehen allerdings keine der Attraktionen, da irgendwas mit Jens' Verdauungssystemen nicht in Ordnung ist. Die Stadt selbst ist eine Art El Arenal, nur noch nicht ganz so entwickelt und wir verlassen den Ort nicht wirklich traurig.

Die nächste Fahrt bringt uns in die Hauptstadt Vientiane, wo dieser Artikel entstanden ist. In Vientiane tobt für laotische Verhältnisse das Leben, zu vergleichen mit Coburg / Stockerau an einem Sonntag um 12.00 Uhr. Hier gibt es Baustellen, Geldautomaten, Klimaanlagen und sogar Ampeln haben wir schon gesehen.

 Auf FlickR gibt's auch wieder neue Bilder, sofern alles klappt.

 Wie wird es wohl mit uns weitergehen?

 Lustige Grüße aus dem tropisch warmen Vientiane

 

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