Holla zum (fast) letzten Mal hier,
zum Abschluss hat uns Air Asia wieder von Hanoi nach Bangkok gebracht. Hier sind wir mehr durch Zufall und auch Neugier in den Demonstrationen am Siam Square gelandet. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das ganze noch mehr wie ein Open-Air-Festival angefühlt, da überall Essenstände und laute Musik waren. Die Demonstranten würden wir als definitiv nicht aggressiv beschreiben.
Am Abend stiegen wir dann in den letzten Nachtbus unserer Reise (Jubelschreie und Zirkusmusik!!!), der uns wiederum in die Hafenstadt Chumphon chauffiert hat. In Chumphon wartete eine Fähre die in nur 5 Stunden die Überfahrt zur Insel Ko Tao bewältigt hat. Ko Tao gilt als die Metropole der Tauchschulen in Südostasien und gehört zum Archipel von Ko Samui, welche circa 60km nördlich liegt. Auf einer Insel die gerade mal 7,5km x 3,5km klein ist gibt es 55 Tauchschulen und nicht wenige Touristen. Ziel unseres „Ausfluges“ war es den Open-Water-Tauchschein zu machen. Der erste Tag des Lehrgangs beginnt mit einem sogenannten Sicherheitsvideo und der Übergabe der Lernunterlagen. Der kleine Raum in dem der Fernseher steht hat eine angenehm-schweißtreibende Temperatur und der Film ist mäßig spannend. Am Abend erkunden wir die nähere Umgebung des Hotels und finden einige ruhigere Bars in der Nähe. Am nächsten Tag steht früh zunächst Theorie auf dem Plan, und so lernen wir das eine oder andere über den menschlichen Körper und seine Reaktionen auf äusseren Druck und verschiedene Gase. Die Protagonisten dieser Kolumne erhalten vom weissesten Tauchlehrer der Welt – einem netten Franzosen namens Freddy – eine Rüge für vergessene Hausaufgaben, bleiben aber ansonsten unbestraft. Am Nachmittag geht's dann zu unserem ersten Tauchgang in die Rifflandschaft der Insel. Das Anziehprozedere und die anschließenden Checks der Tauchausrüstung sind anfangs noch etwas ungewohnt und laufen hölzern ab. Das Gewicht der Luftflasche und der Gewichtsgürtel ziehen mit ca. 15kg an jedem von uns, was allerdings gleich nach dem Eintauchen vorbei ist.
Unter Wasser machen wir diverse, nicht immer ganz einfache Übungen, wie zum Beispiel das Abnehmen und Wiederaufsetzen der Taucherbrille, oder das Abnehmen des Gewichtsgürtels. Belohnt werden wir dafür mit Unmengen neugieriger Fische, die um uns herumschwirren und sich ansonsten nicht stören lassen. Am Ende unseres zweiten Tauchgangs werden wir noch mit einer echten Seltenheit belohnt, den Adlerrochen die in unmittelbarer Nähe zu uns vorbeisegeln. Freddy unser Tauchlehrer hat diese Fische in sieben Jahren bisher nur zweimal zu Gesicht bekommen.
Nach 5 Tauchgängen mit verschiedenen Übungen, oder nur zum Spaß sowie zwei Vormittagen Theorie mit einer leichten Prüfung erhalten wir unsere Karte, die uns als Open-Water-Taucher auszeichnet. Wir buchen gleich für den nächsten Tag einen „Adventure-Dive“, der uns bis auf 30m hinunterführt, was gleichzeitig auch die maximal erlaubte Tiefe für uns darstellt. In dieser Tiefe war das Wasser auch zum ersten Mal nicht mehr 30° badewannenwarm, sondern nur noch um die 25°. Im Anschluss daran machen wir noch einen einstündigen Tauchgang, der uns nochmal durch den sogenannten Japanese Garden führt. Und wieder sehen wir die Rochen. Claudia macht bei diesem Tauchgang schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Koralle. Was wiederum dazu führt, dass wir bei einem ortsansässigen (und auf derartige Verletzungen spezialisierten) Arzt landen, der die kleinen Korallentierchen aus ihrem Bein entfernt, die ziemlich schlimme Entzündungen verursachen.
Am Abend nach dem Tauchgang gönnen wir uns einige Drinks in verschiedenen Bars in „unserer“ Bucht und finden die wohl ausgefallenste Bar die wir bisher erlebt haben. Der Besitzer ist äusserst kreativ und nimmt zum Frühstück wohl nicht nur Cornflakes zu sich.
Nach sechs viel zu kurzen Tagen im Tauchparadies müssen wir die Insel wieder verlassen. Wir sind aber beide froh, dass wir den Tauchschein gemacht haben und die unglaubliche Tierwelt von Ko Tao erleben durften. Mit einer gemütlichen Nachtfähre die sogar Klimaanlage hatte (ein Vorteil gegenüber dem Hotel) ging's zurück nach Chumphon wo wir noch den Vormittag totschlagen mussten bevor eine angenehme Zugfahrt nach Bangkok hatten. Für die letzten Tage unserer Reise haben wir uns nochmal ein bisschen Luxus gegönnt und sind in Hotel für 27€ pro Nacht abgestiegen. Die Suite die wir für diesen Preis bewohnen hat vier Zimmer und einen passablen Blick auf einen Teil der Skyline. Im Moment verfolgen wir leicht schockiert den Fortgang der Unruhen der vorgestern einen unrümlichen und vielleicht nur vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.
Einige der Sehenswürdigkeiten die wir uns anschaun wollten sind nun von der Liste gestrichen. Dennoch waren wieder für einige Stunden am Chatuchak-Markt (siehe letzer Bericht aus Bangkok) und haben uns Sachen andrehen lassen, die wir nicht unbedingt brauchen. Und wieder haben wir das sichere Gefühl, nicht jeden Winkel dieses riesigen Marktes gesehen zu haben.
Für die nächsten Tage wollen wir noch eine Fahrt auf dem örtlichen Fluß machen und evtl. eine PingPong-Show anschaun, welche nicht viel mit sportlichen Aktivitäten zu tun haben dürfte.
Näheres dazu erzählen wir bei Gelegenheit persönlich.
So das dürfte es fast gewesen sein. Weiter unten steht in einem eigenen Artikel eine kurze Zusammenfassung unserer Reise. Bilder wird's auf FlickR auch noch mal einige geben.
Bis in Kürze und danke für's Lesen an alle die ab und an hier waren.
Lustige Grüße
C & J


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